Bühne

Stage Display in ProPresenter einrichten – so sieht die Band alles

Die Band singt, aber niemand weiß, welche Strophe als Nächstes kommt. Mit einem Stage Display in ProPresenter 7 hat euer Team auf der Bühne immer den Liedtext, die nächste Folie und die Uhr im Blick. So richtet ihr es Schritt für Schritt ein.

Was ist ein Stage Display – und warum braucht die Band es?

Stellt euch den klassischen Gottesdienst vor: Vorne hängt die große Leinwand mit dem Liedtext, schön gestaltet, mit Hintergrundbild. Perfekt für die Gemeinde. Aber für die Band auf der Bühne ist genau dieser Bildschirm oft unbrauchbar – er steht hinter ihnen, oder sie müssten sich verrenken, um mitzulesen.

Genau dafür gibt es das Stage Display (auf Deutsch oft „Bühnenanzeige“ oder „Bühnenmonitor“). Das ist ein zweiter, eigener Bildschirm, der nur für die Leute auf der Bühne gedacht ist. Renewed Vision, der Hersteller von ProPresenter, nennt einen solchen Monitor auch „Confidence Monitor“ (sinngemäß: Sicherheits- oder Vertrauensmonitor) – also genau das, was er der Band gibt: Sicherheit.

Auf diesem Monitor zeigt ihr nicht das schöne Publikumsbild, sondern nur die wichtigen Infos in großer, gut lesbarer Schrift:

  • den aktuellen Liedtext, groß und klar,
  • eine Vorschau auf die nächste Folie, damit niemand von der nächsten Strophe überrascht wird,
  • eine Uhr und bei Bedarf einen Timer, damit ihr im Zeitplan bleibt,
  • kurze Nachrichten vom Technik-Team an die Bühne („noch 2 Minuten“, „Mikro 3 aus“).

Das Besondere: Publikumsleinwand und Bühnenmonitor sind in ProPresenter komplett getrennt. Ihr könnt der Band also genau das anzeigen, was sie braucht – ohne dass die Gemeinde davon etwas mitbekommt.

Voraussetzungen: Was ihr vorher braucht

Bevor ihr loslegt, ein kurzer Check. Ihr braucht:

  1. Einen zweiten Bildschirm-Ausgang an eurem Computer – also einen freien HDMI-, USB-C- oder DisplayPort-Anschluss. Der Computer muss am besten drei Anzeigen gleichzeitig bedienen können: euren Bedien-Bildschirm (auf dem ihr ProPresenter steuert), die Publikumsleinwand und den Bühnenmonitor. Reicht die Anzahl der Anschlüsse nicht, hilft oft ein Adapter oder eine kleine externe Grafik-Box.
  2. Einen Monitor oder Fernseher auf der Bühne, den die Band gut sehen kann. Das kann ein normaler Fernseher, ein alter PC-Monitor oder ein spezieller Bühnenmonitor sein.
  3. ProPresenter 7 auf Mac oder Windows. Die Schritte sind auf beiden Systemen fast gleich – Unterschiede nennen wir jeweils dazu.

Tipp: Schließt den Bühnenmonitor am besten schon an und schaltet ihn ein, bevor ihr ProPresenter öffnet. Dann erkennt das Programm den zusätzlichen Bildschirm sofort und ihr könnt ihn direkt zuweisen.

Schritt 1: Den Bühnenmonitor als Stage-Ausgabe einrichten

Zuerst muss ProPresenter wissen, dass es überhaupt einen Bühnenmonitor gibt. Das passiert in der Bildschirm-Konfiguration.

  1. Klickt oben in der Menüleiste auf Screens (in der deutschen Oberfläche meist Bildschirme) und dann auf Configure Screens (Bildschirme konfigurieren). Auf dem Mac geht das auch mit der Tastenkombination Wahl (Option) + Cmd + 1.
  2. Im Fenster, das sich öffnet, gibt es zwei Bereiche: Audience (Publikum) für alle Bildschirme, die zur Gemeinde zeigen, und Stage (Bühne) für die Monitore auf der Bühne. Genau hier kommt euer Bühnenmonitor hin.
  3. Klickt auf das Plus-Zeichen (+) neben Stage. ProPresenter zeigt euch nun die verfügbaren Ausgänge an. Dazu gehören die angeschlossenen Bildschirme eures Computers (die „system connected outputs“), aber auch netzwerk- oder hardware-basierte Optionen wie NDI, SDI (mit passender Hardware), auf dem Mac zusätzlich Syphon sowie ein Platzhalter (Placeholder) für das Einrichten ohne angeschlossenen Monitor. Für den klassischen Fall – ein Monitor per Kabel – wählt ihr den angeschlossenen Bildschirm aus.
  4. Im Reiter Hardware legt ihr über das Output-Auswahlmenü fest, an welches Gerät das Signal geht und in welcher Auflösung. Hier wählt ihr also genau den physischen Monitor aus, der auf der Bühne steht.

Wenn alles passt, erkennt ihr den Bühnenmonitor jetzt als eigene „Stage“-Ausgabe. Erst einmal bleibt er vermutlich leer oder zeigt einen Platzhalter – das ändern wir im nächsten Schritt.

Schritt 2: Ein Stage-Layout wählen oder neu anlegen

Was auf dem Bühnenmonitor erscheint, bestimmt ihr über ein sogenanntes Layout – also eine Vorlage, die festlegt, wo Text, Uhr und Vorschau hingehören.

  1. Öffnet den Layout-Editor über Screens > Edit Layouts (Bildschirme > Layouts bearbeiten). Schneller geht es mit Cmd + 4 auf dem Mac oder Strg (Ctrl) + 4 auf Windows.
  2. Ihr seht nun die vorhandenen Stage-Layouts. ProPresenter bringt schon einige fertige Vorlagen mit – ihr könnt also entweder eine davon nehmen oder ein eigenes bauen.
  3. Für ein neues Layout klickt ihr auf das Plus-Zeichen (+) neben der Überschrift Stage Layouts. Ihr könnt dann eine der mitgelieferten Vorlagen wählen oder mit einem leeren Layout starten.

Tipp: Für den Anfang reicht eine fertige Vorlage mit aktuellem Text und nächster Folie völlig aus. Bastelt nicht gleich das perfekte Layout – nehmt ein vorhandenes, testet es im echten Gottesdienst und passt es dann in Ruhe an das an, was eure Band wirklich braucht.

Schritt 3: Die richtigen Elemente einbauen

Jetzt füllt ihr das Layout mit den Bausteinen, die die Band sehen soll. Im Layout-Editor fügt ihr über das Plus-Zeichen (+) neue Elemente hinzu. Verfügbar sind unter anderem:

  • Current Slide / Next Slide – die aktuelle und die nächste Folie. Jeweils wahlweise als reiner Text, als kleines Vorschaubild (Preview Image) oder als Folien-Notizen (Notes). Für Sänger ist meist die Text-Variante das Wichtigste.
  • Screen Preview – eine Live-Vorschau eines beliebigen Publikums- oder Bühnen-Bildschirms.
  • System Clock – die aktuelle Uhrzeit, gezogen aus der Uhr eures Computers.
  • Clocks and Timers – eure selbst angelegten Uhren und Countdown-Timer.
  • Video Countdown – zeigt während eines laufenden Videos an, wie lange es noch dauert. Sehr praktisch, damit die Band weiß, wann sie wieder einsetzen muss.
  • Stage Display Message – kurze Nachrichten, die das Technik-Team während des Programms an die Bühne schickt.
  • Chord Chart – Akkord-Anzeigen für die Musiker.
  • Planning Center Live Timer und Capture Status (Anzeige für Aufnahme/Streaming) – nützlich für größere Teams.

Ein neues Element landet zunächst irgendwo im Layout. Ihr verschiebt und vergrößert es entweder, indem ihr es mit der Maus zieht, oder über den Reiter Shape (Form/Größe) auf der rechten Seite. Macht den Liedtext ruhig richtig groß – auf der Bühne wird aus einigen Metern Entfernung gelesen.

Schritt 4: Das Layout dem Bühnenmonitor zuweisen

Ein fertiges Layout nützt nichts, solange es nicht auf dem richtigen Monitor landet. Die Zuweisung ist der Schritt, an dem die meisten Teams hängen bleiben.

  • Im Layout-Editor findet ihr unten rechts den Button Show (Anzeigen). Klickt darauf und wählt aus, auf welchem Stage-Bildschirm das aktuelle Layout erscheinen soll.
  • Alternativ könnt ihr ein Layout auch pro Folie steuern: Rechtsklick auf eine Folie, dann Add Action (Aktion hinzufügen) und dort Stage wählen. So kann zum Beispiel die Begrüßungsfolie ein anderes Bühnen-Layout zeigen als das Lied.

Sobald das Layout zugewiesen ist, sollte die Band auf ihrem Monitor sofort den Text und die nächste Folie sehen. Glückwunsch – das Stage Display läuft.

Häufige Stolperfallen

Wenn etwas nicht klappt, liegt es fast immer an einer dieser Stellen:

  • Auf dem Bühnenmonitor bleibt alles schwarz. Meist ist gar kein Layout zugewiesen. Geht zurück in den Layout-Editor und nutze den Show-Button (Schritt 4). Prüft außerdem, ob der Monitor in der Konfiguration wirklich als Stage und nicht versehentlich als Audience angelegt ist.
  • Auf dem Bühnenmonitor erscheint das Publikumsbild. Dann wurde dem Bühnenmonitor der falsche Ausgang zugeordnet. Öffnet Configure Screens und prüft im Hardware-Reiter über das Output-Menü, welcher physische Bildschirm bei „Stage“ und welcher bei „Audience“ eingetragen ist. Diese beiden werden gern verwechselt.
  • ProPresenter erkennt den zweiten Monitor nicht. Schließt den Monitor an und schaltet ihn ein, bevor ihr das Konfigurations-Fenster öffnet. Hilft das nicht, prüft die Bildschirm-Einstellungen eures Betriebssystems (macOS-Systemeinstellungen bzw. Windows-Anzeigeeinstellungen) – wird der Monitor dort nicht erkannt, kann ProPresenter ihn auch nicht nutzen.
  • Die Schrift ist zu klein. Vergrößert den Text-Block über den Shape-Reiter. Lieber wenige, dafür richtig große Elemente als ein vollgepacktes Layout.

Hinweis: Einige Menü- und Button-Bezeichnungen können je nach ProPresenter-Version und Sprach-Einstellung leicht abweichen. Die Logik bleibt aber gleich: Bildschirm in der Konfiguration anlegen, Layout bauen, Layout zuweisen.

Was solltet ihr der Band anzeigen?

Weniger ist mehr. Die Band soll mit einem Blick alles erfassen, ohne mühsam lesen zu müssen. Bewährt hat sich diese Kombination:

  • Großer aktueller Liedtext als zentrales Element – das ist das Wichtigste.
  • Nächste Folie als kleinere Text-Vorschau am unteren Rand, damit niemand von der nächsten Strophe überrascht wird.
  • Uhr in einer Ecke, dezent, aber immer sichtbar.
  • Bei Bedarf ein Timer oder Video-Countdown und ein Bereich für Nachrichten vom Technik-Team.

Akkorde lohnen sich nur, wenn eure Musiker sie wirklich nutzen – sonst nehmen sie nur Platz weg.

Lieber gemeinsam einrichten?

Die Einrichtung eines Stage Displays ist kein Hexenwerk, aber gerade die Bildschirm-Zuordnung und ein Layout, das zu eurer Bühne passt, gehen zu zweit deutlich entspannter. Wir von kampro sind seit 2019 auf ProPresenter spezialisiert und richten das in einer Schulung gern gemeinsam mit eurem Medienteam ein – direkt an eurer eigenen Technik und mit euren echten Liedern, sodass es beim nächsten Gottesdienst sitzt.

Und falls ihr ProPresenter selbst noch nicht im Einsatz habt: Als deutscher Händler bekommt ihr bei uns weiterhin eine Dauerlizenz (ab 469 Euro) statt eines reinen Abos – mehr dazu findet ihr im kampro-Shop. So gehört die Band-im-Blindflug-Situation bald der Vergangenheit an.

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